Arbeiten während des Elterngeldbezugs: Ist das erlaubt und macht es Sinn?

Ja, du darfst während des Elterngeldbezugs arbeiten. Es gibt aber ein paar Regeln, die du beachten solltest: Du darfst nur maximal 32 Stunden pro Woche arbeiten, um nicht den Anspruch aufs Elterngeld für den Monat zu verlieren.
Außerdem kann dein Einkommen die Höhe deines Elterngelds beeinflussen

🕒 Darf ich arbeiten, während ich Elterngeld beziehe?

Ja – und viele Eltern tun es auch!

Du darfst bis zu 32 Stunden pro Woche arbeiten, während du Elterngeld beziehst. Das gilt sowohl für Angestellte als auch für Selbstständige. Ab einer bestimmten Einkommenshöhe (die bei jedem unterschiedlich sein kann) reduziert sich aber dein Elterngeld. Ohne Einkommen zu arbeiten ist natürlich auch erlaubt, z.B. für Selbstständige, die Aufträge vorbereiten, aber noch keine Rechnungen stellen.

So funktioniert’s:

  • Vor der Geburt: Dein Nettogehalt dient als Basis für die Berechnung deines Elterngeldes.
  • Nach der Geburt: Du darfst bis zu 32 Wochenstunden arbeiten, aber wenn du dabei Geld verdienst, kann dein Elterngeld sinken.

Wenn du BasisElterngeld beziehst, solltest du möglichst nichts dazu verdienen, denn jeder Zuverdienst wird dein Elterngeld senken. Arbeiten ohne Einkommen beeinträchtigt dein Elterngeld nicht.

➡️ Tipp: Wenn du wieder arbeiten möchtest, wechsle zu ElterngeldPlus. Es ist perfekt, wenn du weiterhin Elterngeld beziehen möchtest, aber parallel schon wieder ein paar Stunden arbeiten willst. Beim ElterngeldPlus bekommst du die Hälfte des BasisElterngeldes (also z.B. statt 1.800 € nur 900 € im Monat), dafür aber über den doppelt so langen Zeitraum. D.h. das Elterngeld in Summe bleibt das Gleiche. Allerdings gibt es beim Zuverdienst auch beim ElterngeldPlus Grenzen, die für jeden individuell sind. Um sicher zu gehen, wie viel du tatsächlich dazu verdienen darfst, kontaktiere bitte die Elterngeldstelle.

💬 Meine eigene Erfahrung

Ich persönlich habe nach wenigen Wochen nach der Geburt wieder gearbeitet. Ich bin selbstständig, hatte bei meiner ersten Geburt einen Online-Handel auf Amazon, für den ich Ware vorbereiten musste.
Es ging mir gar nicht primär ums Geld (obwohl das half, weil ich nur den Elterngeld Mindestsatz von 300€ bekommen habe), sondern darum, mehr als schlafen, essen und stillen zu machen. Es hat mir einfach für mein Selbstbewusstsein sehr gut getan. Aber jede Mama ist anders und du darfst für dich entscheiden, was in deiner besonderen Lage am besten für dich passt.

🌍 Was, wenn ich keine Deutsche bin?

Gute Frage! Viele Eltern in Deutschland sind nicht deutsch – und du kannst trotzdem Elterngeld bekommen, wenn:

  • Du legal in Deutschland lebst,
  • Dein Aufenthaltstitel Arbeit erlaubt, und
  • Deutschland dein Hauptwohnsitz ist („gewöhnlicher Aufenthalt“).

EU-/EWR-Bürger:innen qualifizieren sich meist problemlos. Bei Nicht-EU: Dein Titel muss Erwerbstätigkeit gestatten. Wenn du sozialsteuerpflichtig bist (also deutsche Sozialsteuerbeiträge zahlst), hast du in der Regel auch einen Anspruch auf Elterngeld. Bei Unsicherheit frag bei der Ausländerbehörde nach.

👨‍👩‍👧‍👦 Darf ich Vollzeit arbeiten während der Elternzeit?

Nein, solange du in Elternzeit bist und/oder Elterngeld beziehst, geht das nicht. Die Grenze liegt bei 32 Stunden/Woche. Wenn du mehr als 32 Wochenstunden im Durchschnitt arbeitest, verlierst du für den Monat den Anspruch auf Elterngeld und kannst auch keine Elternzeit nehmen.

Der Unterschied:

  • Elternzeit ist das gesetzliche Recht auf Freistellung – bis zu drei Jahren pro Kind.
  • Elterngeld ist die finanzielle Unterstützung dafür.

Du kannst jahrelang in Elternzeit sein, aber Elterngeld nur für einen Teil davon bekommen. In der Elternzeit sind 32 Stunden/Woche erlaubt, wenn du und dein Arbeitgeber einverstanden seid.

📑 Worauf solltest du achten?

✅ Arbeitsstunden genau tracken (auch als Selbstständige immer mitschreiben)
✅ Einkommensänderungen der Elterngeldstelle melden
✅ Bei Wechsel Elterngeld/Plus: Vorausplanen

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